DIAKOVERE Hannover
Warum wir uns als Kompetenzzentrum für Menschen mit Conterganschädigung engagieren
DIAKOVERE entstand in Hannover aus dem Zusammenschluss der drei großen diakonischen Krankenhäuser (Annastift, Henriettenstift, Friederikenstift) mit Behinderten- und Altenhilfe. Über 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in 89 verschiedenen Berufen tätig. Pro Jahr werden ca. 160.000 Patientinnen und Patienten behandelt.
Das Annastift wurde 1897 gegründet, um Menschen mit Behinderungen ein würdiges Leben zu ermöglichen. Daraus entwickelt hat sich einerseits die Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover mit einem Schwerpunkt im Bereich Kinder- und Neuroorthopädie, andererseits der Bereich Leben und Lernen für Menschen mit Behinderung mit einem umfassenden Wohn-, Schul- und Ausbildungsangebot sowie verschiedenen Tagesförderstätten. Ca. 100 Menschen mit Contergangeschädigung haben hier ihre schulische und berufliche Ausbildung absolviert. Viele von Ihnen werden bis heute hier behandelt.
2017 wurde am Annastift das Bruno-Valentin-Institut etabliert, das einzige norddeutsche Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderungen (MZEB) mit dem Schwerpunkt „komplexe Körperbehinderung“ mit aktuell 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Pro Quartal werden ca. 1000 Menschen mit Behinderung, unter anderem auch Menschen mit einer Conterganschädigung, interdisziplinär in den Bereichen Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie, Urologie, Gynäkologie und Psychiatrie medizinisch behandelt und therapeutisch unterstützt durch Psychologie, Sozialdienst, Kontinenzberatung sowie einer physio- und ergotherapeutischen Hilfsmittelsprechstunde. Hausbesuche in Wohneinrichtungen und in Einzelfällen auch in Privatwohnungen sind Teil des Konzeptes. Die Behandlungspfade werden über ein Casemanagement koordiniert.
Auf dem Gelände des Annastiftes befindet sich die Orthopädietechnik „John und Bamberg“, die aus der einrichtungseigenen orthopädischen Werkstatt hervorgegangen ist. Hier wurde mit Fördermitteln des Bundes in den 60er Jahren zur Versorgung der Menschen mit Conterganschädigung geforscht. Bis heute werden hier viele Betroffene betreut. Das Sanitätshaus ist seit 2020 ein Tochterunternehmen der Firma Otto-Bock und hat so unmittelbar Anteil an den neuesten orthopädietechnischen Entwicklungen. Die Firma John und Bamberg ist auch ein Partner der Hilfsmittelsprechstunde des MZEB.
Versorgungskonzept für Menschen mit Conterganschädigung
„Contergan ist keine Hürde - barrierefreies Krankenhaus“ – diese Philosophie soll durch Umbaumaßnahmen, adäquate personelle Ausstattung sowie Vorhalten moderner Medizintechnik umgesetzt werden.
Das DIAKOVERE Versorgungskonzept für Menschen mit Conterganschädigung sieht vor, dass die ambulante Versorgung immer der stationären vorgezogen werden soll. Die ambulante Versorgung erfolgt durch das MZEB. Sollte eine stationäre Behandlung notwendig werden, wird diese über das Casemanagement am Bruno-Valentin-Institut koordiniert. Bei Bedarf werden ambulante, teilstationäre oder stationäre DIAKOVERE-interne Einrichtungen hinzugezogen oder Behandlungen durch externe Behandlerinnen / Behandler empfohlen und gebahnt.
Für die stationäre Behandlung in der orthopädischen Klinik im Annastift stehen seit Anfang 2024 zwei neu gestaltete Patientenzimmer zur Verfügung, die den Bedürfnissen von Menschen mit Conterganschädigung gerecht werden.
Pro Zimmer können zwei Patientinnen oder Patienten bzw. eine Patientin/ein Patient plus Begleitperson aufgenommen werden. Der große Raum bietet genug Platz für die Nutzung von Rollstühlen und Hilfsmitteln sowie für die pflegerische Versorgung.
Das große Patientenbad ist jeweils in das Patientenzimmer integriert. Es ist unter anderem mit einem Ganzkörperfön, einem höhenverstellbaren Waschtisch und einer ebenerdigen Dusche ausgestattet.
Pflegekräfte auf Station verfügen über eine Weiterbildung zur Pain Nurse
Zur Optimierung der ambulanten Versorgung planen wir einen alternativen barrierefreien Zugangsweg zum MZEB. Ein zusätzlicher Behandlungsraum wurde in 2024 eingerichtet.
Außerdem erfolg(t)en zur besseren Vernetzung Hospitationen einzelner MZEB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in anderen Kompetenzzentren. Expertinnen und Experten von extern kommen bedarfsabhängig zu Schulungszwecken ins Haus.
Kooperationspartner & Netzwerk
DIAKOVERE kooperiert mit anderen MZEBs bundesweit, niedergelassenen Haus- und Facharztpraxen, Krankenhäusern und Rehakliniken sowie verschiedenen Sanitätshäusern für die Hilfsmittelversorgung. Zudem arbeitet das Bruno-Valentin-Institut intensiv mit Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Fachkräften des Ambulant Betreuten Wohnens zusammen.
Das Netzwerk befindet sich im stetigen Wachstum. Ein conterganspezifischer Austausch findet bisher mit Herrn Dr. Stück und seiner Nachfolgerin Frau Biel (Klinik Hoher Meißner, Bad Sooden-Allendorf), Herrn Dr. Beyer (Schönklinik Hamburg-Eilbek), Herrn Dr. Niecke (Psychosomatik und Psychotherapie, Uniklinik Köln) sowie Herrn Prof. Peters (Dr. Becker Rhein Sieg Klinik, Nümbrecht) statt. Außerdem stehen wir in Kontakt zu den später hinzugekommenen Kompetenzzentren und tauschen uns regelmäßig z.B. bei Regional- oder Gesamttreffen aus.
Kontaktdaten
MZEB Bruno-Valentin-Institut der DIAKOVERE Annastift gGmbH
Anna-von-Borries-Straße 6
30625 Hannover
Tel.: 0511 5354-346
E-Mail: mzeb@diakovere.de
Webseite: www.diakovere.de
Ansprechpartnerinnen: Linda Hetman (Casemanagement), Linda.Hetman@diakovere.de
Geschäftszeiten: Montag bis Freitag, 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr