Dr. Becker Rhein-Sieg Klinik
Warum wir uns als Kompetenzzentrum für Menschen mit Conterganschädigung engagieren
Bereits seit über 20 Jahren bietet die auf neurologische, orthopädische und osteologische Rehabilitation spezialisierte Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht besondere Behandlungsangebote, die speziell für Menschen mit Conterganschädigung konzipiert sind.
Entstanden aus der intensiven Zusammenarbeit mit dem Interessenverband Contergangeschädigter Nordrhein-Westfalen e.V. wurde bereits im Jahr 2000 die Sprechstunde für Contergangeschädigte und Dysmelie-Patienten in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik, ins Leben gerufen. Dies war der erste wichtige Baustein auf dem Weg zu einem umfassenden Versorgungskonzept für Menschen mit Conterganschädigung, das fortlaufend um weitere Behandlungsangebote erweitert wurde.
So wurde bereits in den Anfängen der Contergansprechstunde deutlich, dass neben der ursprünglichen Conterganschädigung immer mehr auch die Erfassung und Behandlung der Folgeschäden in den Vordergrund rückte. Um dieser häufig von chronischen Schmerzen geprägten Entwicklung entgegenzutreten, wurde in der barrierefrei und rollstuhlgerecht gestalteten Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik ein spezielles stationäres Rehabilitationskonzept für Menschen mit Conterganschädigung erarbeitet.
Experten-Zentrum für die medizinische Versorgung von Menschen mit Conterganschädigung
Nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. med. Klaus Peters bei der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik wird das Kompetenzzentrum fortgeführt. Die individuell auf den Betroffenen abgestimmte Behandlung erfolgt durch das erfahrene multiprofessionelle Contergan-Kompetenzteam im Haus, das neben dem Chefarzt und weiteren Fachärzten aus Therapeuten verschiedener Fachrichtungen besteht, die regelmäßig im Team zusammenkommen, um Erfahrungen und Neuerkenntnisse auszutauschen.
Jährlich werden so rund 30 stationäre Rehabilitationsmaßnahmen speziell für Menschen mit Conterganschädigung durchgeführt. Darüber hinaus werden interne und externe Schulungen zu conterganspezifischen Themen organisiert.
Aus dieser langjährigen Erfahrung und hohen Kompetenz in der Behandlung von Menschen mit Conterganschädigung erwuchs bereits vor einigen Jahren die Erkenntnis, dass zusätzlich zur ärztlichen Contergansprechstunde und den stationären Rehamaßnahmen umfassende multidisziplinäre ambulante Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten benötigt werden, die leicht und ohne aufwendige Antragsverfahren zugänglich und passgenau auf die Bedürfnisse von Menschen mit Conterganschädigung zugeschnitten sind.
Da das medizinische Regelversorgungssystem in Deutschland mit der speziellen und hoch diversen Conterganschädigungsthematik zumeist überfordert ist, wurde deutlich, dass ein Experten-Zentrum benötigt wird, das die medizinische Versorgung von Menschen mit Conterganschädigung bundesweit auch im Alter sicherstellt, und zwar in Ergänzung und Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Leistungserbringern.
Schmerztherapeutischen Maßnahmen für Menschen mit Conterganschädigung
Menschen mit Conterganschädigung leiden mehr als 60 Jahre nach der pränatalen pharmakogenen Ursprungsschädigung mittlerweile sehr häufig unter chronischen Schmerzsyndromen, die sowohl mit körperlichen als auch mit psychosozialen Belastungen assoziiert sind. Diese Befundkonstellation impliziert den Bedarf einer spezialisierten individualisierten, multimodalen Schmerzbehandlung.
Nach intensiver Vorbereitungsphase wurde mit dem Projekt der multidisziplinären nichtmedikamentösen Schmerztherapie (MunimedSchmeCon) im September 2021 begonnen. Hierbei erfolgen die schmerztherapeutischen Maßnahmen für die Menschen mit Conterganschädigung individuell nach vorausgegangener schriftlicher Befragung und körperlicher Untersuchung zu Beginn der ambulanten oder stationär durchgeführten Maßnahmen.
Zum Abschluss der Maßnahme tagt für jeden Patienten eine Behandlerkonferenz. Anschließend erfolgt ein ausführliches Gespräch zum weiteren Procedere einschließlich heimatnaher Fortführung der Therapiemaßnahmen. Für die stationäre Durchführung des Projektes der multidisziplinären nichtmedikamentösen Schmerztherapie erfolgte 2022 eine Renovierung von insgesamt vier Zimmern.
Das Projekt wurde von den Contergangeschädigten sehr gut angenommen und weist ständig steigende Patientenzahlen auf.
Ernährungskonzept als integraler Bestandteil des Gesamtbehandlungskonzeptes
Bei der ambulanten und stationären Behandlung von Patienten mit Thalidomid-Embryopathie verfolgen wir in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik einen ganzheitlichen Therapieansatz nach dem bio-psycho-sozialen Modell der WHO. Dabei spielt auch die Ernährung und die genaue Analyse der Körperzusammensetzung der Patient:innen mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) eine wichtige Rolle.
So kann beispielsweise die Ernährungsberatung und die medinizinsche Trainingstherapie noch individueller und passender angewandt werden und deren Therapieerfolge können im Verlauf besser analysiert und dem Patienten grafisch gezeigt und erläutert werden (Dies verbessert auch die Compliance und die Motivation der Patient:innen).
Weiteres Ziel der bioelektrischen Impedanzanalyse ist die frühzeitige Identifizierung einer beginnenden Sarkopenie und frühzeitige Einleitung von geeigneten Therapiemaßnahmen.
Bei der Auswahl des BIA-Messgerätes wurde darauf geachtet, dass es für kleinwüchsige Patienten und Patienten mit Dysmelie, Mikromelie und Amelie geeignet ist. Der Hersteller (Firma Bodyscan) bat zudem bei Bedarf eine enge Zusammenarbeit mit den Technikern und Produktentwicklern (z. B. bei Patient:innen mit bilateraler Amelie) an.
Kontaktdaten
Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik Nümbrecht
Höhenstraße 30
51588 Nümbrecht
Kontakt:
Andrea Röger (orthopädisches Chefarzt Sekretariat)
Tel: 02293 920-603
E-Mail: aroeger@dbkg.de
Christiane Henkel (Assistentin des Klinikdirektors)
Tel: 02293 920-601
E-Mail: chenkel@dbkg.de
Webseite: dbkg.de
Geschäftszeiten: Montag bis Freitag, 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr (und nach Absprache)
Für den Inhalt dieser Seite ist das hier beschriebene Multidisziplinäre Medizinische Kompetenzzentrum verantwortlich.