Protesttag: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar"
Am 5. Mai 2026 findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Das diesjährige Motto lautet „Menschenrechte sind nicht verhandelbar". Ein breites Bündnis aus Verbänden, Organisationen und Aktivistinnen und Aktivisten rufen zur Teilnahme an örtlichen Aktionen oder an einer gemeinsamen Demonstration in Berlin auf.
Informationen bietet der Berliner Behindertenverband unter www.protesttag-behinderte.de.
Protesttag mit 30-jähriger Tradition
Der Verein „Selbstbestimmt Leben“ rief den Protesttag 1992 ins Leben. Seitdem machen Verbände und Organisationen jedes Jahr am 5. Mai auf die Lücke zwischen dem im Grundgesetz garantierten Anspruch auf Gleichberechtigung und der Lebensrealität vieler Menschen mit Behinderung aufmerksam – eine Initiative, der sich die Conterganstiftung gerne anschließt. In Deutschland leben mehr als zehn Millionen Menschen mit einer staatlich anerkannten Behinderung.
Forderungen 2026
Aktuelle nationale und internationale Krisen sowie geplante Kürzungen im Sozialbereich gefährden zentrale Inklusionsziele. Bereits erreichte Fortschritte bei der gleichberechtigten Teilhabe stehen damit auf dem Spiel. Verbände, Organisationen und Aktive fordern deshalb umfassende Barrierefreiheit, die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung sowie ihre Beteiligung an allen Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen. Ein konkretes Anliegen ist dabei die freie Wahl des Trägers für Assistenzleistungen (Wunsch- und Wahlrecht), die die Veranstalter durch Weiterentwicklungen am Bundesteilhabegesetzes und drohende Leistungskürzungen im Jahr 2026 gefährdet sehen.
Der Protesttag ist zugleich ein Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, aktiv zu werden und Menschen mit Behinderung darin zu unterstützen, sich für ihre Rechte stark zu machen.