Multidisziplinäre Kompetenzzentren der Conterganstiftung bringen ihre Erfahrung in die Regelversorgung ein
Fachnewsletter überführt Spezialwissen zu Thalidomid-Embryopathie in die ärztliche Praxis
Wie misst man den Blutdruck, wenn eine Oberarmmessung anatomisch nicht möglich ist? Welche orthopädischen Besonderheiten sind bei Operationen und der Versorgung mit Hilfsmitteln zu beachten? Solche Fragen stellen sich in der Versorgung von Menschen mit Conterganschädigung regelmäßig, doch zugängliche Fachliteratur dazu ist rar. Das nötige Wissen liegt gebündelt in zehn multidisziplinären medizinischen Kompetenzzentren, die die Conterganstiftung bundesweit fördert. Mit einem kostenfreien Fachnewsletter machen diese Zentren ihr spezialisiertes Wissen den Ärztinnen und Ärzten in der Regelversorgung zugänglich.
Die Kompetenzzentren bilden das fachliche Rückgrat der Versorgung von Menschen mit Conterganschädigung. In ihnen bündeln sich medizinische und therapeutische Schwerpunkte sowie fachrichtungsspezifische Expertise, wie sie in dieser Tiefe an kaum einer anderen Stelle des Gesundheitssystems verfügbar ist. Die Einrichtungen verfügen über jahrelange Erfahrung in Diagnostik, Therapie und Prävention bei Thalidomid-Embryopathie und verfassen die Beiträge des Newsletters selbst.
Der Newsletter erscheint alle zwei Monate mit jeweils zwei neuen Fachbeiträgen und richtet sich an Vertrauensärztinnen und -ärzte von Menschen mit Conterganschädigung sowie an interessierte medizinische Fachkräfte. Die Beiträge aus den Kompetenzzentren vermitteln praxisnahes Wissen zu Diagnostik, Therapie und Prävention.
Erfahrungswissen langfristig sichern und weitergeben
Menschen mit Conterganschädigung sind heute überwiegend über 60 Jahre alt. Mit dem Alter treten Folgeschäden stärker hervor: Überlastungsschäden des Bewegungsapparats, vorzeitiger Gelenkverschleiß, chronische Schmerzen und ein erhöhtes Sturzrisiko. Zugleich vollzieht sich in der Ärzteschaft ein Generationenwechsel. Der Newsletter überführt das Erfahrungswissen gezielt in die ambulante und stationäre Versorgung und sichert es damit auch für kommende Ärztegenerationen.
Jede Ausgabe besteht aus kompakten Fachaufsätzen, die jeweils eines der relevanten Fachgebiete adressieren und konkrete Fragen aus dem medizinischen Alltag beantworten, zum Beispiel:
- Welche Möglichkeiten bietet die Behandlung mit thrombozytenreichem Plasma bei schmerzhaften Gelenkbeschwerden?
- Welche Faktoren erhöhen das Sturz- und Frakturrisiko, und welche Maßnahmen unterstützen die Prävention?
Ein Netzwerk aus zehn Kompetenzzentren
Über die einzelnen Fachbeiträge hinaus entsteht der Wert der Kompetenzzentren aus ihrem Zusammenwirken. Der Newsletter verbindet die Expertise der zehn Standorte und fördert den fachübergreifenden kollegialen Austausch. So gibt er nicht nur einzelne Antworten weiter, sondern vernetzt das gesammelte Wissen der Zentren und verbessert die medizinische Versorgung der Betroffenen dauerhaft.
Abonnement und Archiv
Der Newsletter ist kostenlos. Eine kurze E-Mail an beratung@contergan.bund.de genügt, um ihn zu abonnieren. Alle bereits erschienenen Fachbeiträge stehen hier im Contergan-Infoportal zum Lesen und als PDF zum Download bereit.
Bisher erschienene Beiträge:
Über die Conterganstiftung
Die Conterganstiftung ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Bundes mit Sitz in Köln. Sie wurde 1972 gegründet und unterstützt Menschen, deren Behinderung auf die vorgeburtliche Einnahme thalidomidhaltiger Medikamente zurückzuführen ist. Diese Präparate wurden Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre unter anderem unter dem Namen Contergan vertrieben.
In der Folge wurden weltweit etwa 10 000 Kinder mit schweren Missbildungen vor allem an den Gliedmaßen geboren. In Deutschland traf dieses Schicksal etwa 5 000 Neugeborene, von denen etwa 2 800 überlebten.
Heute unterstützt die Stiftung weltweit 2 365 Menschen mit Conterganschädigung mit lebenslangen Renten (925 Euro bis 10.442 Euro monatlich) sowie weiteren Leistungen. Jährlich stellt der Bund dafür rund 180 Millionen Euro bereit.
Die Stiftung betreibt eine Beratungsstelle für sozialrechtliche Fragen und fördert medizinische Kompetenzzentren sowie weitere Projekte. Im Contergan-Infoportal bündelt sie Informationen zu Medizin, Recht, Finanzen und Alltag.
Pressekontakt
Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit Geschäftsstelle der Conterganstiftung
50964 Köln
Telefon:
0221 3673 3303
E-Mail:
geschaeftsstelle@contergan.bund.de