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Hilfsmittel im Alltag: Praktische Unterstützung für mehr Selbstständigkeit

Hilfsmittel helfen dabei, den Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Sei es beim Anziehen, Trinken, Kochen, Kommunizieren oder im Umgang mit Technik. Für Menschen mit Conterganschädigung spielen sie eine wichtige Rolle, denn viele Produkte müssen individuell angepasst sein. Ob einfache Alltagshilfe oder technische Speziallösung: Entscheidend ist, dass das Hilfsmittel zu Ihnen passt. 

Auf dieser Seite finden Sie Beispiele aus der Praxis, Hinweise zur Kostenübernahme sowie weiterführende Links zu Anbietern, Beratung und Fördermöglichkeiten.

Was sind Hilfsmittel? Und wofür werden sie gebraucht?

Hilfsmittel sind Produkte, die dabei helfen, gesundheitliche Einschränkungen auszugleichen, alltägliche Aktivitäten zu erleichtern und die Selbstständigkeit zu fördern. Sie können medizinisch notwendig sein oder einfach den Alltag sicherer und komfortabler machen. 

Laut Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (§ 33 SGB V) handelt es sich um Gegenstände, „die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen“.

Typische Beispiele sind:

  • Mobilitätshilfen (z. B. Spezialräder, Rollstühle)
  • Sehhilfen, Hörhilfen, Kommunikationshilfen
  • Greifhilfen, Anziehhilfen oder Halterungen
  • Bedienhilfen für Türen, Fenster oder Haushaltsgeräte

Gerade bei Conterganschädigungen sind Hilfsmittel oft Sonderanfertigungen, weil jede Einschränkung anders ist. Deshalb ist es wichtig, sich beraten zu lassen und passende Lösungen zu finden.

Wer übernimmt die Kosten?

Wenn ein Hilfsmittel medizinisch notwendig ist, können die Kosten ganz oder teilweise von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden, wenn das Produkt im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands gelistet ist. Die Verordnung erfolgt durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Außerdem stehen Menschen mit Conterganschädigung jährliche Pauschalleistungen zur Verfügung, die über die Conterganstiftung ausgezahlt werden. Damit können auch individuellere Lösungen finanziert werden, die nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sind.

Mehr dazu lesen Sie hier: Spezifische Bedarfe

Hilfsmittel aus der Praxis: Beispiele für mehr Komfort

Haushalt & Selbstversorgung

  • Barrierefreie Waschmaschine 
    Ein Beispiel für inklusive Technik ist das Modell „WDD 130 WPS GuideLine“ von Miele. Es wurde gemeinsam mit blinden und sehbehinderten Menschen entwickelt und unterstützt durch akustische Signale, fühlbare Bedienelemente und klare Symbole. 
  • Alltagshilfen in der Küche 
    Spezielle Möbel oder Hilfsmittel wie Arbeitswagen und mobile Ablagen erleichtern das Kochen und Vorbereiten von Speisen im Sitzen. Das ist besonders praktisch, wenn das Stehen schwerfällt oder die Beweglichkeit der Arme eingeschränkt ist.

Trinken & Essen

  • Becher mit Nasenaussparung 
    Dank der speziellen Konstruktion ist es möglich, zu trinken, ohne den Kopf in den Nacken legen zu müssen. Das ist ideal bei eingeschränkter Beweglichkeit im Hals- und Nackenbereich.
  • Becher mit konischem Innenraum 
    Die spezielle Form des Bechers verhindert das Verschlucken, da der Kopf beim Trinken aufrecht bleiben kann.
  • Trinkhalme mit Rücklaufsperre 
    Dank Ventiltechnik bleibt die Flüssigkeit im Halm stehen. Man benötigt weniger Anstrengung beim Trinken.

Sicherheit

  • Notfalldose 
    Eine meist grüne Dose mit Ihren wichtigsten Gesundheitsinformationen, die im Kühlschrank aufbewahrt wird. Aufkleber an der Wohnungstür weisen Rettungskräfte darauf hin. Lesen Sie hier mehr darüber.

Kleidung & Anziehen

  • Barrierefreie Kleidung
    Spezielle Schnitte, Klettverschlüsse statt Knöpfe und leicht zu greifende Reißverschlüsse machen das Anziehen einfacher. Anbieter finden Sie weiter unten auf der Seite.

Freizeit & Garten

  • Barrierefreies Gärtnern
    Hochbeete, ergonomische Werkzeuge oder spezielle Gartentische ermöglichen Gartenarbeit auch im Sitzen oder mit wenig Kraftaufwand.

So finden Sie passende Hilfsmittel

Jede Person hat andere Bedürfnisse und jedes Hilfsmittel sollte genau dazu passen. Um das Richtige zu finden, gehen Sie am besten in folgenden Schritten vor:

  1. Beratung durch Fachleute 
    Lassen Sie sich im Sanitätshaus oder bei spezialisierten Beratungsstellen unterstützen. Diese kennen passende Produkte und helfen bei der Auswahl.
  2. Hilfsmittelverzeichnis nutzen 
    Im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands finden Sie eine Übersicht erstattungsfähiger Produkte.
  3. Ärztliche Verordnung 
    Wenn ein Hilfsmittel medizinisch notwendig ist, stellen Ärztinnen oder Ärzte eine Verordnung aus.
  4. Antrag bei der Krankenkasse 
    Reichen Sie den Antrag zusammen mit der Verordnung bei Ihrer Krankenkasse ein.

Tipp: Pflege- oder Reha-Stützpunkte können Sie zusätzlich beraten – insbesondere, wenn es um Kombinationen mit Pflegehilfsmitteln oder technischen Wohnanpassungen geht. 

Digitale Helfer: Technik, die unterstützt

Auch Apps und digitale Geräte können den Alltag erleichtern. Sprachassistenten helfen beim Steuern von Licht oder Haushaltsgeräten. Diktierfunktionen und Vorlese-Apps machen die Nutzung von Smartphone und Computer einfacher. Für viele Menschen mit Conterganschädigung sind sie ein Gewinn an Selbstständigkeit.

Lesen Sie dazu auch unsere Magazinbeiträge:

  • Apps, die die Welt beschreiben
    Dieser Beitrag stellt Anwendungen vor, die visuelle Inhalte in Sprache umwandeln. Sie helfen zum Beispiel bei der Orientierung, beim Erkennen von Objekten oder beim Vorlesen von Texten.
  • Vom Diktieren und Vorlesen
    Hier erfahren Sie, wie Sprachfunktionen den Alltag erleichtern können. Texte lassen sich bequem diktieren oder vorlesen, was besonders bei eingeschränkter Handfunktion hilfreich ist.
  • Wann werden die Kosten für digitale Helfer übernommen?
    Der Artikel erklärt, wann Krankenkassen oder andere Stellen digitale Hilfsmittel bezahlen. Er enthält praktische Hinweise zur Antragstellung und zu Beratungsangeboten.

Allgemeine Informationen zu Hilfsmitteln

Aus dem Beitrag

Anbieter & Produktseiten

Hilfsmittel allgemein

  • Thomashilfen
    Anbieter für Reha- und Pflegehilfen wie Pflegebetten, Rollstühle, Sitzhilfen und Trinkhilfen. Das Unternehmen aus Bremervörde ist spezialisiert auf alltagsnahe Lösungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
  • RikaCare
    Dänischer Hersteller von funktionalen Ess- und Trinkhilfen. Besonders geeignet für Menschen mit eingeschränkter Kraft oder Beweglichkeit in Armen und Händen. Produkte auch in Deutschland erhältlich.

Haushalt & Küche

  • Küchenhelfer im Test 
    Vergleich und Bewertungen bei Stiftung Warentest.
  • Haushaltsgeräte für blinde und sehbehinderte Menschen (FeelwareSpezialisierte Bedienhilfen für Elektrogeräte.

Möbel & Wohnhilfen

  • Spezialsessel von KRANICH Care
    Komfortable Sitzmöbel mit Aufstehfunktion.
  • Mobiler Küchenwagen von Tischlerei Bock 
    Angepasste Arbeitswagen für mehr Selbstständigkeit beim Kochen.

Garten

Smarte Geräte

  • Fahrradschloss mit App-Steuerung (I Lock It
    Berührungslos nutzbar per Smartphone oder Fernbedienung.